So wie bei manchen medizinischen Fragen gibt es auch bei der Einrichtung von Praxisräumen heikle Tabuthemen: Zeit und Geld. Expertenrat ist gefragt und nicht automatisch teuer.

Wer eine Ordination neu plant oder umbaut, hat im wahrsten Sinne des Wortes „viele Bau- stellen“ gleichzeitig zu managen. Das Lesen von Bauplänen, die Koordination von Gewer- ken oder Vorabbesichtigung und Besprechung mit Architekten und Handwerkern sowie die Planung der passenden Medizintechnik kosten Zeit und erfordern auch entsprechendes Know-how. Selten ist eines dieser Themen das wirkliche Steckenpferd des Mediziners, der in erster Linie eines möchte: das Beste für seine Patienten. Schon sehr früh hat sich Eva Pöschl, Geschäftsführerin von pöschlmed GmbH, daher dem Spezialthema der Praxispla- nung gewidmet. Mit 25 Jahren Erfahrung weiß sie: „Eine wichtige Voraussetzung für eine realistische Finanzierungsplanung sind detaillierte Informationen über die Immobilie sowie eine klare Definition der Kundenwünsche und der vorhandenen Budgets.“ Obwohl es dabei immer um harte Fakten geht, bleibt der Wohlfühlfaktor der Menschen – Ärzte, Mitarbeiter und Patienten – nicht auf der Strecke. Pöschl weiß aber auch, dass Ärzte, gerade junge Gründer, die Kosten nicht aus den Augen verlieren wollen.

Mit praxis.design2.shop wurde eine einzigartige Onlineplattform für Ärzte und Therapeuten sowie eine Modulmöbelserie auf den Markt gebracht, die speziell für den niedergelassenen Gesundheitsbereich entwickelt wurde. Der Fokus liegt weiterhin auf einem stimmigen Ge- samtkonzept von Ablauf, Design und Funktion. Neben einer außergewöhnlichen 3D-Pla- nung mit Virtual und Augmented Reality erhalten die Ärzte künftig auch einen Zugang zu ei- ner Raum-für-Raum-Kostenübersicht. Damit sind Überraschungen durch „vergessene“ Kos- ten kein Thema mehr: Sicherheit, Vertrauen und Planbarkeit können mit jedem Budget reali- siert werden. Diese Kosten- und Zeiteffizienz macht dennoch keineswegs Abstriche bei der Qualität erforderlich. Wie das gehen kann, erklären Eva Pöschl, Geschäftsführerin pöschlmed, und Sophia Pöschl, CEO & Founder ICO-med, im Interview:

 

?Praxiseinrichtung- und Planung heute und vor 20 Jahren – was hat sich verändert?

S. Pöschl: Früher ist der Arzt zu einem Tischler gegangen und hat sich mangels Alternativen seine Ordination maßanfertigen lassen. Unabhängig von der Planung wurde die Medizintechnik gekauft und installiert. Nicht immer hat das gut zusammengepasst. Erst vor rund zehn Jahren ist der Trend hin zu modularen und Do-it-Yourself-Konzepten entstanden. Ärzte starten oft früher in die Selbstständigkeit und benötigen daher kostengünsti- ge Alternativen. Zudem sind sie online-erprobt – sie wollen ausprobieren, mitreden, selbst entscheiden, und das möglichst zeit- und kostensparend.

E. Pöschl: Die Digitalisierung hat auch in unserer Branche Einzug gehalten und Ärzte müssen sich auf die Schnelllebigkeit einstellen: Es müssen mehr Patienten in derselben Zeit behandelt werden, dazu braucht es Ordinationskonzepte, die den Workflow bestmöglich unterstützen. Der Vor- schriften-dschungel rund um Ordinationen ist dichter geworden, gleichzeitig wollen Ärzte immer mehr den Wohlfühlfaktor integriert sehen.

 

?Was sind aktuell die größten Herausforderungen?

S. Pöschl: Die klassischen Planer für Arztpraxen konzentrieren sich mit ihrem Angebot immer noch auf etwa 5 % des Marktes – das sind Ärzte, die sich einen Innenarchitekten und einen Generalplaner leisten können und wollen. 95 % der Ärzte wollen das aber nicht: Sie wollen eine funktionale Ordination mit schlichtem und zeitlosem Design, das eventuell mit ein paar handverlesenen Einzelstücken aufgepeppt wird. Das Budget muss über- schaubar bleiben. Der Gegenpol dazu wäre eine Küchenzeile aus dem Einrichtungshaus. Dazwischen gibt es praktisch kein Angebot. Diese Lücken wollen und können wir aber füllen, etwa mit unserem Onlineplaner und dem Modulmöbelsystem. Das passt für Ordinationen und Arzthäuser gleichermaßen.

E. Pöschl: In den Ordinationen beobachten wir, dass die Anmeldung und Wartezone wieder in den Mittelpunkt rückt und zur Visitenkarte der Ordina- tion wird. Hygiene ist immer ein dominierendes Thema, daher waren Multifunktionsräume schon seit jeher Teil unserer Planung, das macht sich in Pandemiezeiten bezahlt. Hier haben wir zum Beispiel Stühle mit antibakteriellen Bezügen im Programm, die diesem Trend entgegenkommen. Mehr Raum ist wichtig, für die Behandlung, als Stauraum, für eine rasche Versorgung, aber auch für die praktische Reinigung. Für die Umsetzung gilt: Je mehr Ansprechpartner ein Arzt auf der Baustelle hat, umso größer die Verwirrung. Fehler und Mehrkosten sind die Folge. Das ist schon bei einer ein- zelnen Ordination schwierig und erst recht bei Bauträgern oder Gemeinden, die Ärztezentren bauen. Uns ist es in Wieselburg gelungen, für den Bauträger als Ansprechpartner für alle Ärzte, die sich einmieten wollen, zu fungieren. Das hat für beide Seiten viele Vorteile und schließlich zu hoher Zufriedenheit geführt.

 

?Wie verändert sich die Zielgruppe?

S. Pöschl: Wir alle sind gewohnt, online einzukaufen. Für die Ordinationseinrichtung gab es dazu bisher kein Angebot. Wir schließen diese Lücke und bieten für alle Zielgruppen etwas: für die Sorglosen mit Rundumbetreuung, für die Individualisten mit punktuellen Highlights in der sonst funktio- nal-zweckmäßigen Basisausstattung und für die modernen Do-it-Yourself-Ärzte, die schnell planen und online bestellen wollen.

E. Pöschl: Aus diesen Zielgruppen haben sich unsere drei Unternehmen mit maßgeschneiderten Angeboten für alle Ansprüche entwickelt: „praxis.- design2.shop“ als moderne Onlinevariante, „praxiswissen“ für all jene, die sich Beratung holen möchten, und „pöschlmed“ zur professionellen Voll- betreuung.

Link zum Originalen Artikel: https://www.aerzte-exklusiv.at/de/mGNzVEtU/herausforderungen-der-praxisplanung

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